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Schnelle Diagnosen auch auf dem Land

XTRA-ARTIKEL AUSGABE 1/2021

 

Das Versorgungszentrum Wienerwald in Breitenfurt bei Wien betreut bis zu 10.000 Bürger. Um sie besser und schneller versorgen zu können, entschied sich das Ärzteteam für ein eigenes Labor für Hämatologie und Urinanalyse. xtra sprach mit Notfallmediziner Dr. Peter Klar über die Chancen, die sich daraus ergeben

Text: Isabell Spilker

Sie setzen in der Primärversorgung auf eine eigene Labordiagnostik. Welchen Nutzen bringt das aus Ihrer Sicht?

Unser Wunsch war, im Ärztezentrum die Erstdiagnostik und Ausschlussdiagnostik von gefährlichen Erkrankungen schnell selbst durchführen zu können. Meine Kollegin und ich haben lange Zeit im Krankenhaus gearbeitet und sind es gewohnt, dass innerhalb kurzer Zeit Laborparameter zur Entscheidungsfindung vorliegen. Natürlich steht in der Allgemeinmedizin die klinische Diagnose primär im Vordergrund. Der Laborbefund dient dann dazu, die Diagnose zu festigen. So gelingt es auch, Patienten, die gefährlicher erkrankt sind, als es zunächst scheint, angemessen zu versorgen. Wir haben selbstverständlich ein externes Labor, das Proben für uns untersucht, was wir vor allem für die Routine nutzen. Aber für Akutuntersuchungen müssen wir uns selbst schnell helfen können.

Für welche Fälle ist das zum Beispiel interessant?

Wir können heute zum Beispiel Herzenzyme untersuchen, Harnbefunde sowie Corona- und Influenzatestungen vornehmen. Und wir haben sehr gute Erfahrungen gesammelt bei Patienten mit Sepsis, denen man die Erkrankung klinisch manchmal nur wenig ansieht – was schnell sehr gefährlich werden kann. Über die CRP-Werte oder die Leukozyten können wir relativ gut herausfiltern, wer engmaschige Überwachung benötigt. Mit einem CRP von acht oder zehn kann man die Therapie noch oral probieren und am nächsten Tag kontrollieren. Bei CRP-Werten von über 20 oder 30 geht das nicht mehr, da bleibt nur der Weg ins Krankenhaus. Oft brauchen wir die klassische CRP-Abklärung auch für Kinder mit Bauchschmerzen. Man erspart den Eltern und dem Kind den Weg in die Ambulanz, bei uns dauert die Analyse eine Viertelstunde. Ist das Ergebnis mit klinischem Befund zusammen noch undeutlich, nimmt man am nächsten Tag im Zweifel noch mal Blut ab und bewertet den Verlauf. So würde es im Krankenhaus auch gemacht werden.

Wie sieht es mit der Testung von COVID-19 aus – ist das ein großer Mehraufwand oder eine Erleichterung für Sie?

Die Coronapandemie hat dafür gesorgt, dass viele sehr stark Erkrankte, vor allem die ältere Bevölkerungsgruppe, unser Versorgungszentrum für die Abklärung aufgesucht haben. Die Geräte vor Ort zu haben, um eine COVID-19-Erkrankung diagnostizieren zu können, ist eine große Unterstützung.

Sie arbeiten ausschließlich mit Sysmex Analysegeräten. Warum haben Sie sich dafür entschieden?

Mich hat vor allem der Automatisierungsgrad überzeugt, zum Beispiel beim XN 550. Die Proben können einfach reingestellt werden, eine Taste wird gedrückt, und schon arbeitet das Gerät: Es wird automatisiert genommen, geschüttelt, aufbereitet und ins Laborsystem eingespielt. Das hilft vor allem gegen hohe Personalkosten. Wir wollen das Personal, das wir haben, für hochwertigere Aufgaben nutzen. Auch die Urinanalyse wird automatisiert eingespielt. Früher musste jeder Harnstreifen eigens untersucht, mit der Tabelle verglichen und das Ergebnis händisch ins Computersystem eingetragen werden. Und der Patient erhält einen vernünftigen Befund wie im Labor. Das hat einen hohen Professionalitätsgrad.

Spielen Sie mit dem Gedanken, die Möglichkeiten vor Ort weiter auszubauen?

Für uns ist eine der nächsten Anschaffungen ein Gerät zur Elektrolytbestimmung. Die Analyse der Nieren- und Leberwerte ist interessant für uns. Was wir für eine wirklich präzise Diagnose brauchen, um auch am Wochenende entscheidungsfähig zu sein, sind das Blutbild, CRP und die Herzinfarktdiagnostik. Außerdem Elektrolyte und Nierenwerte, Herzinfarktenzyme und eben die Leberwerte.

Als Bürgermeister und praktizierender Allgemeinmediziner haben Sie sicher einen guten Überblick über die Bedürfnisse der Menschen Ihrer Region. Welche Herausforderungen und Chancen sehen Sie hier für die Digitalisierung?

Die fortschreitende Digitalisierung unterstützt uns dabei, für diese Region eine erstklassige Primärversorgung zu gewährleisten – lokal, wohnungsnah und auf hohem Niveau. Die Herausforderung besteht darin, die Datenflut zu verwalten, die mit der Digitalisierung der Prozesse einhergeht. Die Patientendaten besser zu strukturieren, dafür sind Softwareentwickler gefragt. Wir haben zwar eine elektronische Patientenakte, aber das ist nichts anderes als ein digitalisierter Ringordner. Was wir brauchen, ist die patientenspezifische Analyse von Daten. Wir müssen anhand der vorliegenden Daten einen guten Überblick über den Patienten bekommen können. Dafür sind die Rohdaten aus den Geräten wichtig, die auch Verläufe abbilden.

Welchen Nutzen erwarten Sie davon?

Ich finde es hilfreich, wenn ich dem Patienten auf einem Bildschirm zeigen kann, wie sich seine Nieren- und Zuckerwerte entwickelt haben. Außerdem kann ich Warnparameter hinterlegen. Beispielsweise haben wir uns Kontrollprogramme angelegt, die mit den Daten der Sysmex Geräte im Hintergrund nach relevanten, von uns definierten Extremdaten suchen. Werden die überschritten, bekommen wir eine SMS mit Laborwarnungen. Das heißt: Hat ein Patient einen stark auffälligen Laborwert, erhält der diensthabende Arzt automatisch eine SMS und kann handeln.

Summary

  • Um Akutuntersuchungen selbst vornehmen zu können, hat das Versorgungszentrum ein eigenes Labor aufgebaut
  • Der Automatisierungsgrad der Analyser sorgt für eine Entlastung des Personals

Fotoquelle: Florian Schubert
 

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