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Malaria – nicht nur in den Tropen

XTRA-ARTIKEL AUSGABE 1/2019

Weltweit infizieren sich rund 200 Millionen Menschen pro Jahr mit der Erkrankung. Und auch in Europa suchen Betroffene mit unspezifischen Symptomen zunehmend ärztlichen Rat. Bei der Diagnose hilft der neue Analyser XN-31 von Sysmex.

Malaria ist eine klassische Tropenkrankheit. In Mitteleuropa haben wir damit eigentlich nichts zu tun, denkt man. Doch das ist ein Trugschluss: Die Fallzahlen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ergeben ein anderes Bild. Ärzte sollten bei entsprechender Symptomatik und einer Reiseanamnese daher auch immer eine Malaria labordiagnostisch berücksichtigen.

In Deutschland wurde im Jahr 2017 bei 956 Menschen eine Malaria diagnostiziert. Damit hat sich die Zahl der an Malaria Erkrankten in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) binnen weniger Jahre nahezu verdoppelt. Auch in Österreich und der Schweiz ist Malaria ein Thema: In der Schweiz wurden zwischen Februar 2018 und Februar 2019 285 Fälle gezählt. Österreich kommt für 2016 auf 82 Fälle. Der Grund sind Fernreisende und Migranten, die sich in ihren Heimatländern infizierten.

Verursacher der Malaria sind parasitäre Einzeller (Plasmodien), die durch Mücken der Gattung Anopheles auf den Menschen übertragen werden und die sich dann über verschiedene Zwischenformen in der Leber und den Erythrozyten des Menschen vermehren. Insgesamt kommen fünf Plasmodium-Arten als Auslöser der verschiedenen Malaria-Formen infrage:

  • Plasmodium falciparum -> Malaria tropica
  • Plasmodium vivax -> Malaria Tertiana
  • Plasmodium ovale -> Malaria Tertiana
  • Plasmodium malariae->  Malaria Quartana
  • Plasmodium knowlesi -> Plasmodiumknowlesi-
    Malaria

 

Mehr als 80 Prozent der im Jahr 2017 in Deutschland diagnostizierten Fälle wurden vom Plasmodium falciparum verursacht. Tendenziell nimmt die Zahl der Plasmodium-falciparum-Infektionen zu, die der Plasmodium-vivax-Infektionen sinkt, weil aus Ländern, in denen der Erreger endemisch vorkommt, weniger Menschen nach Deutschland eingereist sind.

„Jedes Krankenhaus sollte grundsätzlich auf eine Malaria vorbereitet sein“

Dr. med. Johannes Schäfer, Leiter der tropenmedizinischen Ambulanz der Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus Tübingen

Unspezifische Symptome
Die Symptome der Malaria-Formen sind anfangs unspezifisch. Sie werden oft als Zeichen grippaler Infekte oder einer Magen-Darm-Infektion missdeutet. Das RKI rät daher, bei jeder unklaren fieberhaften Erkrankung nach einem Tropenaufenthalt differenzialdiagnostisch immer eine Malaria in Betracht zu ziehen und unverzüglich eine Labordiagnostik zu veranlassen. „Jedes Krankenhaus sollte grundsätzlich auf eine Malaria vorbereitet sein. Wir sehen immer wieder sehr schwere Verläufe, weil nicht an diese Diagnose gedacht wird“, sagt Dr. Johannes Schäfer, Leiter der tropenmedizinischen Ambulanz der Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus in Tübingen.

Indes ist ein Tropenaufenthalt keine zwingende Voraussetzung für Malaria: Im Sommer 2017 infizierten sich in West- und Zentralgriechenland fünf Menschen mit Plasmodium vivax, auf Zypern drei englische Touristen. In Frankreich erkrankten zwei Menschen an Malaria tropica, ohne zuvor ein Malaria-Gebiet bereist zu haben. Vermutet wird, dass sie durch eine im Fluggepäck nach Frankreich gelangte Mücke infiziert wurden. Derartige Fälle von „Gepäck-“ oder „Flughafen-Malaria“ sind sehr selten, aber nicht völlig auszuschließen.  

Der Analyser XN-31 misst von Malaria-Parasiten infizierte Erythrozyten mithilfe der Fluoreszenz-
Durchflusszytometrie

Schnelle und verlässliche Diagnose
Als Goldstandard der Malaria-Diagnostik gilt immer noch die mikroskopische Untersuchung des „Dicken Tropfens“ oder dünner Blutausstriche. Diese Untersuchung erfordert allerdings viel Erfahrung, so das RKI. Und ein negatives Ergebnis schließe die Krankheit zudem nicht sicher aus.

Eine Alternative dazu bietet nun das neue Hämatologie-Analysesystem XN-31 von Sysmex, das mithilfe der Fluoreszenz-Durchflusszytometrie im EDTA-Blut von den Parasiten infizierte Erythrozyten quantitativ misst. Eine im Januar 2019 im „Malaria Journal“ veröffentlichte Studie hat zum ersten Mal die klinische Performance des Geräts in der Routinediagnostik untersucht und mit der Mikroskopie verglichen. Das Ergebnis: Sowohl bei der Sensitivität als auch der Spezifität erreichten die Analysen jeweils Werte von 100 Prozent. Das Gerät unterschied zudem zuverlässig zwischen den Erregerarten. Mittels der Analysediagramme (Scattergramme) ließen sich die verschiedenen Entwicklungsstadien der Erreger – Trophozoiten, Gametozyten, Schizonten – differenzieren.

„Ob das neue Analysesystem von Sysmex eine Alternative zur Mikroskopie ist, muss sich in der Praxis erst noch zeigen“, sagt Malaria-Experte Johannes Schäfer. „Die zugrunde liegende technologische Plattform ist gut erprobt, robust und voll automatisiert. Die verwendete Stichprobe ist noch relativ klein, aber die veröffentlichten Daten sind sowohl bezüglich der Sensitivität wie auch der Spezifität beeindruckend.“

Summary

  • Tourismus und Migration bringen Malaria auch nach Mitteleuropa
  • Da die ersten Symptome unspezifisch sind, besteht die
    Gefahr, eine Malaria-Diagnose zu übersehen
  • Der Analyser XN-31 von Sysmex hilft, eine Malaria zu diagnostizieren
    – auch ohne tropenmedizinische Vorkenntnisse

 

Text: Ard Petry

Fotoquelle: Adobe Stock, Sysmex, Martin Wagenhan

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