Die UN-Serie im Einsatz

XTRA-ARTIKEL AUSGABE 1/2017

Das Labor der Uniklinik Dresden konnte die neue Urinanalyse-Serie von Sysmex seit vergangenem Oktober testen. Wir haben bei MTA Alexandra Ostehr nachgefragt, wie sich die neuen Urinanalyse-Geräte in der Praxis bewähren.

(Foto: Ronald Bonß)

Sie konnten jetzt einige Monate die neue UNSerie testen. Was ist Ihr Hauptargument für den Wechsel?
ALEXANDRA OSTEHR: Der Arbeitsaufwand ist mit den neuen Geräten der UN-Serie deutlich geringer. Es werden immer mehr zu verarbeitende Proben am Tag und die mussten wir bislang am Mikroskop nachdifferenzieren, teilweise bis zu 80 pro Tag. Außerdem muss man die Proben nicht mehr von einem Gerät zum nächsten umsetzen. Das haben wir jetzt alles mit der UN-Serie in einer Straße, und das ist natürlich eine große Zeitersparnis. Auch die unkomplizierte Bedienung und die einfache Handhabung der Reagenzien hat uns überzeugt.

Was haben Sie beim Vergleich mit den bisherigen Geräten wahrgenommen?
Unser bisheriges Urin-Flowzytometer, der UF-1000, ist bei uns absolut etabliert und wir sind sehr zuversichtlich, dass der UF-5000 und die anderen Geräte der UN-Serie einen ähnlichen Stellenwert bekommen. Unser erster Eindruck ist, dass uns die Technik deutlich mehr abnimmt, aber das wird sich in der Routine zeigen. Bislang haben sich uns der UF-5000 und auch die anderen Geräte als sehr wartungsarm und besonders bedienungsfreundlich präsentiert.

MTA Alexandra Ostehr, Dresdner Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin

(Foto: Ronald Bonß)

Bei der Beurteilung von Harnwegsinfektionen: Wie wertvoll ist der UF-5000 für Sie?
Der UF kann die Leukozyten und die Bakterien im Urin zählen und diese auch in grampositive und gramnegative Bakterien unterscheiden. Das heißt, die Beurteilung wird schon vom UF vorgenommen. Früher musste der Mikrobiologe bei Verdacht auf Harnwegsinfektion eine gesonderte Untersuchung veranlassen und die Proben gingen von vornherein unterschiedliche Wege. Das wird sich in Zukunft vielleicht ändern: Wenn wir sagen würden, dass wir keine Bakterien finden, bräuchte der Mikrobiologe nicht aktiv zu werden. Hier ist also wirklich Effizienz zu erwarten.

Haben Sie das Teststreifengerät UC-3500 genutzt?
Wir haben beide Teststreifen, den mit neun und den mit elf Parametern, testen können. Die Parameter Kreatinin und Albumin auf dem Elfer-Teststreifen werden zurzeit in der klinischen Chemie beurteilt und sind für uns noch nicht so relevant. Es könnte eine interessante Vereinfachung sein. Das wird sich für uns in Zukunft zeigen. Pathologische Zylinder, dysmorphe Erythrozyten und Kristalle differenzieren – das ist nun durch die digitale Bildgebung mit dem UD-10 möglich. Was ist Ihr Eindruck? Besonders praktisch ist, dass man nicht mehr alle Partikel sortieren muss, sondern dass der UD rausfiltert, was man sich anschauen möchte. Und die digitalen Bilder können abgespeichert und immer wieder aufgerufen werden. Man ist im Vorfeld immer skeptisch: Gibt das Gerät wider, was ich sonst mit meinen Augen unter dem Mikroskop sehe? Und hier können wir bestätigen: Das kann es. Es zeichnet sich ab, dass es sehr wenig ist, was wir überhaupt noch am UD an unklaren Ergebnissen prüfen müssen. Die Flowzytometrie übernimmt viel.

Das ganze Laborteam um den leitenden Oberarzt Dr. med. Oliver Tiebel konnte die neuen Geräte testen.
(Foto: Ronald Bonß)

Die im U-WAM frei definierbaren Regeln erlauben eine individuelle Anpassung an laborspezifischen Anforderungen.
(Foto: Ronald Bonß)

Die Software U-WAM steuert die Zusammenarbeit der Geräte. Wie hat sich das auf Ihre Arbeit ausgewirkt?
Das vereinfacht den Arbeitsablauf, und man muss nicht mehr dabei stehen bleiben, da die Proben vollautomatisch verarbeitet werden. Die Bedieneroberfläche der U-WAM ist sehr übersichtlich und man kann sich die Ergebnisse aller Geräte an einem Bildschirm anschauen. Am angenehmsten ist für uns das Regelwerk, das eine zentrale Rolle einnimmt. Es ist ein verlässlicher Mitarbeiter.

Vermissen Sie denn die Mikroskopie?
Man muss erst lernen, der Technik zu vertrauen. Im Moment mikroskopieren wir noch in der Routine. Weil der Aufwand groß ist, wären wir aber dankbar, wenn uns das Gerät das abnehmen würde. Momentan muss man die Proben holen, in die Zentrifuge stellen, warten, und ständig von A nach B laufen. Wenn das dann wirklich wegfällt, ist das schon sehr positiv und eine deutliche Arbeitserleichterung.

Vielen Dank für das Interview!

Text: Melanie Steffens

 

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