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Mit Vitamin D gegen Corona

XTRA-ARTIKEL AUSGABE 1/2021

 

Nachweislich erhöht Vitamin D die Leistung des Immunsystems. Studien legen nun nahe, dass es auch schwere Verläufe von COVID-19-Erkrankungen verhindern kann

Text: Dr. Lars von Olleschik-Elbheim

Dass die Effekte von Vitamin D weit über die optimale Steuerung des Kalziumstoffwechsels und damit über Aufbau und Erhalt gesunder Knochen hinausgehen, ist seit Jahren bekannt. Es hat zentralen Einfluss auf die Aktivität vieler Körperfunktionen, auch des Immunsystems.

Unser gesamtes Immunsystem ist in seiner Alarmbereitschaft und Aktivierbarkeit abhängig von der Höhe des Vitamin- D-Spiegels im Blut. Weil die Eigenproduktion von Vitamin D in der Haut im Sommer immer häufiger nur eingeschränkt gewährleistet ist, wird laut aktuellen Studienergebnissen in Deutschland bei inzwischen 80 Prozent der Bevölkerung kein ausreichender Puffer mehr aufgebaut, um im Winter ein kritisches Absinken des Vitamin-D-Spiegels zu verhindern. Wird hingegen im Winterhalbjahr der Vitamin-D-Spiegel durch Supplementierung auf einem für die Aktivierbarkeit des Immunsystems optimalen Niveau gehalten, sinkt die Anfälligkeit für grippale Infekte und das Risiko, an der echten Grippe (Influenza) zu erkranken. In klinischen Studien konnte durch Supplementierung mit Vitamin D das Risiko für ein Auftreten von Atemwegserkrankungen um 35 Prozent reduziert werden.

Vitamin D für angeborenes Immunsystem

Außerdem zeigen die statistischen Daten, dass unser Immunsystem den schwerwiegenden Verlauf einer Erstinfektion mit dem Coronavirus bei ausreichender Aktivität meist verhindern kann. Zudem ist bekannt, dass schwere Verläufe hauptsächlich Menschen betreffen, deren Immunsystem geschwächt ist oder die anderweitig vorbelastet sind. Um schwere Verläufe einer COVID-19-Erkrankung zu reduzieren, kommt es daher vermutlich auf eine gute Aktivität des angeborenen Immunsystems an. Dieses soll den Krankheitsverlauf abbremsen, um damit dem erworbenen Immunsystem Zeit zu verschaffen, spezifische Antikörper fur die erfolgreiche Abwehr aufzubauen, bevor ein kritisches Stadium erreicht wird. Da das vorsorgliche Bereithalten dieser unspezifischen Abwehr ein für den Körper aufwendiger Prozess ist, hangt seine Aktivierung in besonderem Mas von der Höhe des Vitamin-D-Spiegels ab.

Effekt in zwei Stunden belegt

Im September 2020 wurde eine retrospektive Studie veröffentlicht, bei der für eine Gruppe von mehr als 190.000 US-Amerikanern, verteilt uber alle Bundesstaaten, die Ergebnisse von RT- qPCR-Screeningtestungen mit den Ergebnissen einer Vitamin-D- Spiegel-Bestimmung verglichen wurden. Die Positivrate der RT-qPCR-Screeningtests bei Personen mit Vitamin- D-Spiegel < 20 ng/ml lag um 54 Prozent über der Positivrate bei Vitamin-D-Spiegeln zwischen 30 und 34 ng/ml. Die niedrigste Positivrate im SARS-CoV-2-Screening wurde ab einem Wert von 55 ng/ml erreicht. Eine spanische Studie untersuchte den Effekt einer Stostherapie mit oral verabreichtem Calcifediol (25-OH-Vitamin D) an 50 hospitalisierten COVID-19-Patienten gegenüber einer Kontrollgruppe mit 26 Patienten. Beide Gruppen erhielten ansonsten dieselbe im Krankenhaus übliche COVID-19-Medikation. Bei 50 Prozent der Patienten in der Kontrollgruppe (13 von 26) war eine zeitweilige intensivmedizinische Behandlung erforderlich. Acht Prozent der Patienten aus der Kontrollgruppe (2 von 26) verstarben. Demgegenüber war nur bei zwei Prozent der Patienten (1 von 50), die eine orale -Stostherapie erhielten, eine zeitweilige intensivmedizinische Behandlung erforderlich. Kein Patient aus dieser Gruppe verstarb. Offenbar lohnt es sich sehr, den eigenen Vitamin-D-Spiegel regelmäßig zu überprüfen und aktiv in einem für die normale Funktion des Immunsystems optimalen Bereich zu halten, um das eigene Infektionsrisiko, über den Effekt der allgemeinen Maßnahmen hinaus, individuell zu minimieren. Und auch wenn es bereits zu einer Infektion gekommen ist, scheint die rasche Anhebung des Vitamin-D-Spiegels eine überaus sinnvolle Maßnahme zu sein, da sie einen akuten Krankheitsverlauf positiv beeinflussen kann.

Summary

  • Besonders die Aktivierung des angeborenen Immunsystems hangt von der Höhe des Vitamin-D-Spiegels ab
  • Das angeborene Immunsystem bremst den Krankheitsverlauf und verschafft so dem erworbenen Immunsystem Zeit, spezifische Antikörper zu entwickeln
  • Studien zufolge funktioniert dieser Mechanismus auch bei COVID-19

Fotoquelle: Adobe Stock

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