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Sysmex engagiert sich in vielen Bereichen der Gesundheitsversorgung. In unseren Kompetenzbereichen bieten wir neben Informationen für das Fachpublikum auch Hintergrundinformationen und Beratung für interessierte Privatpersonen oder Patienten. Derzeit können Sie sich ausführlich über das Thema Brustkrebs informieren (auf Deutsch). Dazu laden wir Sie herzlich ein. Besuchen Sie www.brustkrebs-diagnose.de

 

 

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Körperflüssigkeiten

Die Analyse von Körperflüssigkeiten (BF) deckt verschiedene analytische Disziplinen ab und umfasst die Zählung und Differenzierung von Zellen und anderen Partikeln. Die Zählung und Differenzierung der Zellen in den verschiedenen Körperflüssigkeiten, z. B Liquor cerebrospinalis (CSF), seröse Flüssigkeiten und Synovialflüssigkeit, kann mit unseren Geräten der XN-Serie und einigen Analysengeräten der X-Class-Serie durchgeführt werden und ist ein wichtiger Schritt im Rahmen der korrekten Diagnosestellung. Je nach Körperflüssigkeit gibt es eine Vielzahl von Gründen, eine BF-Analyse anzufordern.

Die automatische BF-Analyse hat zahlreiche Vorteile gegenüber der herkömmlichen manuellen Bestimmung in der Zählkammer: Sie ist schnell und bequem. Die Qualität der automatischen Analyse hängt nicht von den subjektiven Kompetenzen des Anwenders ab und ist damit eine geeignete Methode der Standardisierung. Durch Automatisierung und Standardisierung kann die Anzahl der zeitaufwendigen manuellen Kammerzählungen reduziert werden.

Aufgrund des schnellen Abbaus der Zellen in Körperflüssigkeiten, insbesondere der neutrophilen Granulozyten, sollte eine BF-Probe möglichst unmittelbar nach der Probenentnahme analysiert werden.

Liquor cerebrospinalis (CSF)

Der Liquor cerebrospinalis ist eine klare und farblose Körperflüssigkeit. Er besitzt als Ultrafiltrat des Blutserums eine vergleichbare Zusammensetzung, Proteine fehlen jedoch fast vollständig. Der Liquor zirkuliert in Hohlräumen (Liquorraum) zwischen Schädel, Gehirn und Ventrikeln und umgibt das Rückenmark. Er dient als Polster oder Kissen dem Schutz von Gehirn und Rückenmark, transportiert Hormone und Neurotransmitter, sorgt für den Abtransport toxischer Metaboliten und gewährleistet ein konstantes Umgebungsmilieu für das Gehirn. Gesunde erwachsene Menschen haben je nach Volumen des Liquorraums etwa 100 bis 150 ml Liquor, pro Tag werden etwa 500 ml gebildet.

Eine Liquor-Analyse wird in der Regel bei Verdacht auf eine entzündliche Erkrankung oder Infektion im Bereich des zentralen Nervensystems angefordert: durch Bakterien, Viren, Pilze oder Protozoen hervorgerufene Infektionen und entzündliche Erkrankungen oder Autoimmunerkrankungen, z. B. Multiple Sklerose oder Guillain-Barré-Syndrom, Meningeosis, d. h. Metastasierung eines peripheren Karzinoms in die Meninges.

Die Liquorentnahme erfolgt in der Regel durch Punktion des lumbalen Spinalkanals, gelegentlich durch Hirnzisternenpunktion. Bei Patienten mit Liquorshunt (ventrikulo-peritonealer Shunt), z. B. nach einer Operation oder im Rahmen der Behandlung eines Hydrocephalus, kann die Probe auch direkt aus dem Shunt entnommen werden. Obgleich heute ein Routineeingriff, birgt die Probengewinnung dennoch einige Risiken und macht den CSF zu einem Material mit besonderen Ansprüchen.

Die Bestimmung der Zellzahl und Differenzierung der Liquorzellen hilft bei der Unterscheidung der verschiedenen Krankheiten. Als Faustregel gilt: mehr als 5 Leukozyten/µl gelten bei Erwachsenen als pathologischer Befund, bei Neugeborenen liegt eine Zellzahl von 30 Leukozyten/µl dagegen noch im Normbereich. Eine erhöhte Neutrophilenzahl ist häufig Indikator für eine bakterielle Infektion, während Eosinophile die Verdachtsdiagnose Infektion durch Parasiten unterstützen, jedoch auch Folge einer Fremdkörperreaktion sein können. Eine überwiegende Anzahl mononukleärer Zellen deutet dagegen auf entzündliche Prozesse oder neurologische Störungen hin.

Pleuraflüssigkeit

Die Pleuraflüssigkeit ist eine seröse Körperflüssigkeit, die in geringer Menge den Pleuraspalt zwischen der viszeralen und parietalen Pleura (Brustfell) ausfüllt. Das normale Volumen Pleuraflüssigkeit im menschlichen Körper beträgt maximal 10 ml. Ein erhöhtes Volumen dieser Flüssigkeit (Pleuraerguss) gilt als pathologischer Befund. Für einen Pleuraerguss kann es unterschiedliche Gründe geben, z. B. dekompensierte Herzinsuffizienz (CHF) (häufigste Ursache), Pneumonie, Lungenembolie, Tuberkulose etc.

Eine Bestimmung der Zellzahl und Differenzierung der Pleurazellen wird durchgeführt, um die Ursache eines Pleuraergusses zu ermitteln oder bei Verdacht auf eine Infektion der Lunge oder Pleura durch Bakterien, Viren, Pilze oder Protozoen. Eine erhöhte Anzahl neutrophiler Granulozyten kann z. B. auf eine Infektion hinweisen. Aber selbst ein nicht infektiöser Pleuraerguss kann eine hohe Leukozytenzahl aufweisen, in diesem Fall jedoch mehrheitlich mononukleäre Zellen. Des Weiteren werden häufig Mesothelzellen nachgewiesen sowie bei onkologischen Erkrankungen Krebszellen. Blutspuren in der Pleuraflüssigkeit weisen meist auf eine kanzeröse Infiltration hin.

Peritonealflüssigkeit

Wie bei der Pleuraflüssigkeit gilt ein Überschreiten des Normalvolumens, i. d. R. 10 ml, als pathologischer Befund. Die Peritonealflüssigkeit findet sich in der Peritonealhöhle. Eine pathologische Ansammlung der Peritonealflüssigkeit in der freien Bauchhöhle wird als Aszites bezeichnet. In vielen Fällen wird die Aszites durch eine Leberzirrhose ausgelöst, sie kann jedoch auch infolge einer Krebserkrankung, CHF oder Tuberkulose auftreten. Eine Analyse der Peritonealflüssigkeit wird durchgeführt, um die Ursache für die Flüssigkeitsansammlung zu ermitteln und eine Peritonitis zu bestätigen oder auszuschließen. Eine erhöhte Neutrophilenzahl deutet in der Regel auf eine Infektion hin, eine blutige Aszites meist auf kanzeröse Infiltration.

Perikardflüssigkeit

Als Perikarderguss wird eine anomale Flüssigkeitsansammlung im Perikard (Herzbeutel) bezeichnet. Das normale Flüssigkeitsvolumen beträgt 20–50 ml. Zu den Ursachen für einen Perikarderguss zählen: Perikarditis, Virusinfektionen, Entzündungsgeschehen, Nierenversagen, Herzoperation etc. Wie bei den anderen serösen Körperflüssigkeiten (Pleuraflüssigkeit, Peritonealflüssigkeit) wird eine Analyse meist durchgeführt, um die Ursache für den Erguss zu ermitteln oder eine Infektion zu bestätigen oder auszuschließen.

Synovialflüssigkeit

Die Synovialflüssigkeit ist eine klare viskose Körperflüssigkeit in den echten Gelenken. Sie bildet einen Gleitfilm auf den knorpeligen Gelenkflächen, um die Reibung zu reduzieren. Bei einer Arthritis oder Infektion reagiert der Körper mit einer vermehrten Produktion der Gelenkflüssigkeit. Durch Bestimmung der Zellzahl und Differenzierung der Zellen kann festgestellt werden, ob diesem sogenannten Gelenkhydrops eine entzündliche oder infektiöse Ursache zugrunde liegt. Eine stark erhöhte Leukozytenzahl (über 100.000/μl sind möglich) mit überwiegend neutrophilen Granulozyten deutet auf eine Infektion des Gelenks hin.

Kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse (CAPD)

Das Peritonealdialysat ist keine Körperflüssigkeit im engeren Sinn, da das Dialysat weder eine physiologische Flüssigkeit ist noch infolge einer Krankheit gebildet wird, sondern Resultat der Behandlung einer Krankheit ist. Die kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse wird als Behandlungsalternative zur Hämodialyse bei Patienten mit Nierenkrankheiten eingesetzt. Bei der Peritonealdialyse dient das Peritoneum (Bauchfell) des Patienten als Dialysemembran, durch die Flüssigkeiten und partikuläre Bestandteile via Osmose aus dem Blut gefiltert werden. Die CAPD wird mit häufig auftretenden Infektionen des Peritoneums assoziiert. Eine erhöhte Leukozytenzahl mit einem hohen Anteil neutrophiler Granulozyten kann auf eine Peritonitis hindeuten, während eine Eosinophilie in der Regel sekundär als Fremdkörperreaktion auf den Katheter auftritt.

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