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Scientific Kalender August 2021

Welche Spezies ist eines der wichtigsten Pathogene, das bei Erwachsenen eine bakterielle Meningitis verursacht?

Drosophila melanogaster

Epstein-Barr-Virus

Neisseria meningitidis

Haemophilus influenzae

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Wissenschaftliche Hintergrundinformationen

Meningitis ist eine akute Entzündung der Schicht, die dem Gehirn und dem Rückenmark, sprich den wesentlichen Teilen unseres Zentralnervensystems, aufliegt. Es handelt sich um eine schwere Infektion, die von Viren, Bakterien oder anderen Pathogenen verursacht wird, die aus dem peripheren Blut in den Liquor übertreten können. Die typischsten Symptome sind Nackensteifigkeit, frühes Einsetzen von Fieber und starke Kopfschmerzen. Aufgrund der Nähe der Entzündung zu Gehirn und Rückenmark ist eine Meningitis auch eine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung [1].

Insbesondere die bakterielle Meningitis hat verheerende Folgen und gilt als die Meningitisform mit der höchsten Krankheitslast insgesamt [2]. Es ist anzumerken, dass die durch Neisseria meningitidis verursachte Meningokokken-Meningitis hauptsächlich bei Säuglingen, jungen Kindern und Jugendlichen auftritt. Diese Form kommt mit hohen Inzidenzen im sogenannten „Meningitisgürtel“ vor, der sich geographisch in Subsahara-Afrika vom Senegal bis nach Äthiopien erstreckt. Während Meningokokken die Haupterreger bei jungen Menschen sind, werden die bakteriellen Meninigitiden bei Erwachsenen durch sowohl Meningokokken als auch Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae) verursacht.

Heutzutage helfen Impfungen, die Infektion mit den wichtigsten Pathogene zu verhindern. Nichtsdestotrotz sind bei einer bakteriellen Meningitis eine frühzeitige Erkennung und Laboruntersuchungen entscheidend für eine zeitnahe und angemessene Antibiotika-Therapie.

Die Labordiagnostik einer bakteriellen Meningitis erfolgt hauptsächlich in Form von Kulturen, Antigentests oder Gram-Färbung von Liquor-Proben. Weitere kritische Parameter erhält man durch die differentielle Bestimmung der Zellzahlen der weißen Blutkörperchen (WBC), der polymorphnukleären Zellen (PMN) sowie der mononukleären Zellen (MN) in Liquorproben von Patienten mit Meningitis-Verdacht [3]. Der Grund hierfür ist, dass die Zellzahl die klinische Entscheidungsfindung bei Patienten mit einer Antibiotika-Therapie und damit auch „Antibiotic Stewardship“ unterstützen kann.

Numerische Ergebnisse

Die Untersuchung der Liquorprobe eines Patienten ergab im Analysegerät der XN-Serie eine extrem erhöhte Anzahl an kernhaltigen Zellen (TC-BF-Zahl = 2.277 Zellen/µl). Der WBC-Anteil lag bei 2.274 Zellen/μl. Rote Blutkörperchen fehlten praktisch, wodurch eine traumatische Verletzung während der Punktion ausgeschlossen werden kann. Ebenso konnte ein Malignom ausgeschlossen werden, da der Anteil an stark fluoreszierenden Zellen (HF-BF) vernachlässigbar war.

Somit weisen diese numerischen Ergebnisse sehr stark auf eine zugrundeliegende Infektion hin.

Scattergramm-Interpretation

Das WBC-BF-Scattergramm des Analysegeräts der XN-Serie liefert im Modus „Körperflüssigkeit“ (XN-BF) differenzierte Ergebnisse für die PMN- und MN-Fraktionen. Bei dieser Liquor-Messung wurde eine vorherrschende PMN-Fraktion (hellblauer Bereich; PMN = 91,7 %) mit ein paar Zelltrümmern (dunkelblau) nahe der PMN-Wolke beobachtet, was auf eine mögliche Interferenz hinweist.

Daher wurde die Probe nochmals im UF-5000-Analysegerät gemessen, bei der Bakterien nachgewiesen wurden.

Vergleichbar zu den erhaltenen Ergebnissen im XN-BF-Modus bestätigte die Untersuchung der Probe im UF-5000-Analysegerät im Modus „Körperflüssigkeit“ die diagnostischen Schlussfolgerungen. Es wurde eine hohe WBC-Zahl (2.536,8 Zellen/µl) nachgewiesen, die sich auf MN (235,8 Zellen/µl) und PMN (2.301 Zellen/µl) verteilte. Somit weist der hohe PMN-Anteil von 90,7 % an der WBC-Gesamtpopulation auf eine bakterielle Infektion hin.

Mittels CB-Kanal kann das UF-5000-Analysegerät bakterielle Zellen zählen und nachweisen, was die Diagnose einer bakteriellen Meningitis stützt. Dies wird belegt durch eine hohe Konzentration an Bakterien (2.011,4 Zellen/µl). Die Verteilung der bakteriellen Zellen im BACT-Scattergramm legt eine Infektion mit einem gram-negativen Bakterium nahe. Dennoch sind für die Bestätigung des Gram-Status weitere diagnostische Untersuchungen, wie eine mikroskopische Gram-Färbung, erforderlich.

Die nachfolgende Cytospin-Untersuchung ergab ein massives Vorliegen von segmentkernigen neutrophilen Granulozyten sowie intra- und extrazellulären Bakterien, was zusätzlich die Diagnose einer bakteriellen Meningitis stützte.

Dieser spezielle Fall zeigt, wie die Hämatologie-Analysegeräte der XN-Serie und die Urinstatus-Analysegeräte der UF-Serie sich in Bezug auf die Ergebnisse in ausgezeichneter Form komplementieren und so zu einem zeitnahen Management des Patienten beitragen.

Literatur

[1] https://www.who.int/health-topics/meningitis, visited 2 June 2021.

[2] https://www.who.int/immunization/monitoring_surveillance/burden/vpd/surveillance_type/sentinel/meningitis_surveillance/en/, visited 2 June 2021.

[3] Buoro S et al. 2018: Two-site evaluation of the diagnostic performance of the Sysmex XN Body Fluid (BF) module for cell count and differential in Cerebrospinal Fluid. Int J Lab Hem. 2017; 1–8.

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Body fluid cell counts – how to perform and interpret the results

Fluids present in body cavities or hollow organs can be of physio-logical or pathological origin. The indication for an analysis of body fluids covers a wide range of diagnostic reasons and is therefore part of the diagnostic workup in most routine laboratories.

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